Interreg: Partnerschaft zwischen Dänemark und Deutschland und was daraus entstehen kann

von Anke Lüneburg

Vor rund 15 Jahren war ich als Regionalmanagerin in der „KERN“-Region aktiv. Dazu gehörten die Städte Kiel, Eckernförde, Rendsburg und Neumünster sowie die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön. Wir waren eingebunden in die Förderinitiative Interreg, die die Zusammenarbeit zwischen Regionen fördert. Damals war es die „KERN“-Region und in Dänemark die Region Fünen (Fyn).

Heute gibt es bereits die 5.Interreg-Runde; die Regionen sind zusammengelegt worden: Die frühere „KERN“-Region, die Kreise Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und Ostholstein sowie die Städte Kiel, Flensburg und Lübeck auf deutscher Seite und die Kommunen Syddanmark und Sjaelland auf dänischer Seite.

Heute sitzt die Interreg-Verwaltung in Kiel, früher in Rendsburg. Das Interreg-Sekretariat mit der Verantwortung für Projektentwicklung, Beratung und Kommunikation ist in Kruså (Dänemark) nahe Flensburg zu finden.

Interreg unterstützt die wirtschaftliche und inhaltliche Zusammenarbeit der beiden Länder unter den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Innovation, Arbeit/ Ausbildung und funktioneller Zusammenarbeit.

Wir haben damals viele Projekte im Tourismus entwickelt und umgesetzt, beispielsweise die Wiederbelebung der Fährlinie von Kiel zur Insel Langeland. Viele kleine Inseln in der dänischen Südsee sind nicht gut per PKW erreichbar und haben dadurch wirtschaftliche Nachteile. Fähren würden dazu beitragen, dass Bürger auf den Inseln bleiben und dort arbeiten können und dass Touristen leichter anreisen können. Leider war der Fähre keine lange Überlebenszeit gegönnt; inzwischen werden die Anlegestellen im Hafen Kiel für Kreuzfahrtschiffe benötigt.

Ein anderes großes Projekt war die Entwicklung von Gruppenprogrammen für beide Regionen, die die Touristinformationen allein nicht hätten umsetzen können. Eine sehr beliebte Tour war die Schlössertour: Schloss Gottorf in Schleswig, Schloss Plön, Schloss Eutin sowie die Schlösser Egeskov und Waldemar auf Fünen. Sie wurden ergänzt um Herrenhäuser und Gärten in beiden Regionen.

Im Jahr 2005 haben wir den 200. Geburtstag von Hans Christian Andersen, der in Odense auf Fünen geboren ist, mit einem Pauschalprogramm gefeiert. Dazu gab es Essen und Erlebnisse wie zur Zeit Andersens, Lesungen und Theaterstücke. Eine Weiterentwicklung und feste Institution ist heute das „Fünische Dorf (Den Fynske Landsby)“ in Odense: https://www.visitfyn.de/de/funen/attraktionen/das-funische-dorf

Auch für die Kreuzfahrttouristen, die in Kiel auf die Schiffe gehen oder sie verlassen sowie für Tagestouren wurden Erlebnispakete angeboten, damit sie nicht nur Hafen und Bahnhof in Kiel sehen, sondern auch die wunderschöne Landschaft Schleswig-Holsteins.

Viele Programme wurden nach Ablauf der Förderperiode von den Touristinformationen in Kiel, Rendsburg, Plön, Eckernförde und Schleswig übernommen und weiterentwickelt. Das ist erfreulich zu sehen und zeigt, dass die Interreg-Förderung zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen hat.

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